Arnold Bittlinger

Lebenslauf

Jugendzeit

Arnold Georg Bittlinger wurde am 13. Juni 1928 als Sohn des Landesjugendpfarrers Georg Bittlinger und seiner Ehefrau Wilhelmine, geb. Jung in Edenkoben/Pfalz geboren. Sein Vater war Elsässer, seine Mutter stammte aus einem pfälzischen Weingut. Ein prägendes Kindheitserlebnis war für den 8-jährigen Arnold der miterlebte tödliche Unfall seines 10-jährigen Bruders Karl. Arnold Bittlinger besuchte die Volks- und Oberschule in Edenkoben und das Humanistische Gymnasium Neustadt an der Weinstrasse.

Während der Zeit, in der die Schulen infolge der Nachkriegswirren geschlossen waren, absolvierte er von April bis Oktober 1945 ein Weinbaupraktikum im grosselterlichen Weingut in Ebernburg an der Nahe und leitete dort den von ihm gegründeten Kirchenchor.
Nach Edenkoben zurückgekehrt, baute er in seiner Heimatstadt die evangelische Jugendarbeit – die während des Dritten Reiches zum Erliegen gekommen war – neu auf.

Studium

Nach seinem Abitur studierte Arnold Bittlinger Theologie und Psychologie in Deutschland, Frankreich, England, in der Schweiz und in den USA. Er befasste sich ausserdem mit Kunstgeschichte und mit Weinbau. Seine Studien schloss er ab mit dem Examen in Theologie, mit dem Diplom in Analytischer Psychologie, mit dem Dr. phil. und mit dem Diplom des Oekumenischen Instituts der Universität Genf (wo er 1969/70 Assistent des griech. orth. Professors Nikos Nissiotis war).1971 wurde Arnold Bittlinger «Fellow» des Instituts für oekumenische und kulturelle Forschung in Collegeville, Minnesota und Mitglied des Lehrkörpers («Faculty-member») der St. Johns University. Während eines Forschungsaufenthalts in Minnesota (1971/72) wurde Arnold Bittlinger, der sich u.a. mit indianischer Kultur befasste, in den Stamm der Ojibwe-Indianer (Algonkin-Nation) aufgenommen.

Berufliche Laufbahn

Nach Abschluss seines Theologiestudiums wurde Arnold Bittlinger 1952 in seiner Heimatstadt Edenkoben ordiniert und dann als Vikar in Kaiserslautern und danach als Pfarrverweser in Speyer eingesetzt. Anschliessend wurde er Leiter der Schülermission in Deutschland, die er nach dem Vorbild der englischen Interschool Christian Fellowship aufbaute. Nach seinem zweiten theologischen Examen wurde Arnold Bittlinger 1956 Pfarrer in Ludwigshafen am Rhein mit einem selbstständigen Pfarrbezirk von ca. 7000 Gemeindegliedern. Dort gründete er eine lebendige Jugendarbeit und zahlreiche Hauskreise, (die z.T. heute noch bestehen). 1959 wurde er zum Leiter des Volksmissionarischen Amtes der Pfälzischen Landeskirche berufen. In dieser Funktion reiste er von September bis Dezember 1962 durch die USA zum Studium von Fragen des missionarischen Gemeindeaufbaus. Dabei stiess er auf die Anfänge der Charismatischen Erneuerung in lutherischen, episkopalen und reformierten Gemeinden. Darüber berichtet Arnold Bittlinger in seine Schrift «Wie es begann» (erschienen im Metanoia-Verlag). Ausserdem interessierte er sich für den amerikanischen Weinbau und erwarb das Weindiplom des Weininstituts von San Francisco.
Nach seiner Rückkehr aus Amerika beschäftigte er sich theoretisch und praktisch mit Fragen des charismatischen Gemeindeaufbaus und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zu dieser Thematik. 1968 gründete er zusammen mit einem Franziskanerpater und einem freikirchlichen Pastor das «Lebenszentrum für die Einheit der Christen» in Schloss Craheim bei Würzburg und baute dort die 1966 von ihm gegründete Oekumenische Akademie weiter aus. Nach seinem Umzug in die Schweiz (1978) wurde die Oekumenische Akademie dem Schweizerischen Diakonie-Verein angegliedert und 1980 vom Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) als Studienzentrum des OeRK anerkannt. Die Veröffentlichungen des mit der Oekumenischen Akademie verbundenen Metanoia-Verlags spiegeln das breite Spektrum der Oek. Akademie. (Vgl. hierzu den Bericht von Arnold Bittlinger «Vielfalt aus der Mitte – 40 Jahre Oekumenische Akademie»; erschienen im Metanoia-Verlag).
Im Rahmen der Oekumenischen Akademie gründete Arnold Bittlinger 1976 zusammen mit einer Ärztin und einer Krankenschwester in München ein «Healing-Home», für das er bis zur Übernahme durch einen eigenen Trägerkreis (1983) mitverantwortlich war.
1977 wurde Arnold Bittlinger vom Weltkirchenrat als Mitarbeiter im Ressort «Erneuerung und Gemeindeleben» nach Genf berufen. In dieser Funktion unternahm er zahlreiche Forschungsreisen in allen Erdteilen und organisierte 1980 eine weltweite Konsultation zum Thema «Towards a Church Renewed and United in the Holy Spirit». Da es sich beim Oekumenischen Rat um einen Teilzeitauftrag handelte, wirkte er gleichzeitig als Pfarrer der Weinbaugemeinde Oberhallau im Kt. Schaffhausen. Im Jahre des 700-jährigen Jubiläums der Schweizerischen Eidgenossenschaft (1991) wurde Arnold Bittlinger in das Schweizer Bürgerrecht aufgenommen. Von 1984 bis 1993 wirkt er als Seelsorger und Psychotherapeut am Psychiatriezentrum Schaffhausen und als Dozent an der Schule für psychiatrische Krankenpflege. Anschliessend war Arnold Bittlinger – neben seinem Engagement für die Oekumenische Akademie – als Psychotherapeut in freier Praxis und als Dozent am C.G. Jung-Institut Zürich tätig. Er hielt ausserdem Vorlesungen, Seminare, Kurse und Vorträge bei der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie, an verschiedenen Universitäten und Hochschulen, in Akademien und Bildungszentren, im Radio und Fernsehen. Er war in der Ärzte- und Lehrerfortbildung und als Leiter der Redaktion Schweiz der Zeitschrift «Analytische Psychologie» tätig. Diese Aktivitäten fanden ihren Niederschlag in zahlreichen Publikationen, die – in mehrere Sprachen übersetzt – z. T. weltweit verbreitet sind. (Ein vollständiges Verzeichnis der Publikationen von Arnold Bittlinger ist im Metanoia-Verlag erschienen.)


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